Kennst du das – die Tage rauschen vorbei, Gespräche werden zwischen Tür und Angel geführt oder werden zum Verhör. Du möchtest dich wirklich mit deinen Familienmitgliedern verbinden, weißt aber nicht wie? Und du fragst dich: Wie geht es meiner Familie wirklich? Was haben die anderen heute eigentlich erlebt? Und hat jemand wirklich gehört, wie es mir geht?
Genau so ging es mir. Aus meiner Sehnsucht heraus habe ich eine Praxis aus der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) in unsere Familie gebracht: das empathische Zuhören.
Es wurde zu einem ersten Schritt hin zu mehr Achtsamkeit, Nähe und gegenseitigem Verstehen.
Nicht einfach nur hören – sondern mitschwingen
Wenn wir beieinander sind, oft beim Abendessen, schauen wir, wer anfangen möchte. Dann erzählt einer von seinem Tag.
Von dem, was schön war, was schwer war, was hängen geblieben ist.
Die anderen hören zu – nicht, um zu bewerten oder zu beraten, sondern einfach, um da zu sein. Es gibt keine Unterbrechungen auch keine Verständnisfragen.
Danach versuchen wir, wiederzugeben, was wir gehört haben:
Was hat die Person erzählt?
Wie haben wir sie erlebt?
Was hat es in uns ausgelöst?
Diese kleinen Spiegelungen öffnen etwas – beim anderen und bei uns selbst.
Die Magie des Gesehenwerdens
Wenn jemand mich auf diese Weise wiedergibt, fühle ich mich auf eine tiefe Weise verstanden.
Nicht, weil alles richtig paraphrasiert wurde, sondern weil da jemand wirklich zugehört hat.
Das verändert die Atmosphäre im Raum.
Es entsteht Nähe, Vertrauen – manchmal sogar Erleichterung.
Unsere Kinder lieben es, wenn sie dran sind. Sie blühen auf, wenn jemand wiedergibt, was sie gesagt haben.
Manchmal kichern sie, manchmal sagen sie: „Ja genau! So war das!“
Und manchmal fügen sie noch etwas hinzu, weil sie merken: Hier darf ich mich zeigen.
Zuhören als Geschenk
Empathisches Zuhören ist keine Technik, sondern eine Haltung.
Sie braucht Präsenz, Offenheit – und das innere Einverständnis, nicht sofort etwas „machen“ zu müssen.
Nicht trösten, nicht korrigieren, nicht verbessern.
Nur hören.
Das ist anfangs gar nicht so leicht – aber es ist wunderschön.
Wir merken, wie sich unser Familienklima verändert.
Es wird weicher.
Weniger Rechthaben, mehr Verbundenheit.
Weniger Reden-müssen, mehr Gesehenwerden.
Ein Raum, in dem wir alle wachsen
Manchmal dauert so ein Gespräch nur zehn Minuten, manchmal länger.
Aber jedes Mal spüren wir danach: Wir sind uns ein Stück näher gekommen.
Es ist, als würde das Zuhören selbst die Beziehung nähren.
Nicht durch große Worte – sondern durch stille Aufmerksamkeit.
Wie ging es dir beim Lesen?
Wann hast du das letzte Mal jemandem einfach nur zugehört – ohne gleich zu antworten?
Wie fühlt es sich an, wenn du wirklich gehört wirst?
Wo in deinem Familienalltag wünschst du dir mehr Raum fürs Zuhören?
💝 Herzliche Grüße
Deine Wendy



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